Wie wird mein Betrieb in ChatGPT gefunden?
„Welcher Elektriker in Ravensburg macht auch Photovoltaik?“ Solche Fragen stellen Ihre Kunden immer öfter nicht mehr Google, sondern ChatGPT, Gemini oder der KI-Übersicht in der Google-Suche. Statt zehn Links bekommen sie eine Antwort mit zwei, drei Namen. Dieser Ratgeber zeigt in acht Schritten, was Betriebe tun können, damit ihr Name in diesen Antworten vorkommt.
Kurz gesagt
- KI-Assistenten empfehlen Betriebe, über die sie klare, vertrauenswürdige Informationen finden – auf der eigenen Website und an anderen Stellen im Netz.
- Die Grundlage ist eine Website, die Maschinen lesen dürfen und verstehen: offene Crawler, klare Texte, strukturierte Daten.
- Dazu kommen gepflegte Profile, Bewertungen und Erwähnungen – bei Google, bei Bing und in Branchenverzeichnissen.
- Garantieren kann das niemand. Aber die meisten Betriebe verschenken heute Sichtbarkeit, weil Grundlagen fehlen.
Wie ChatGPT & Co. auf Ihren Betrieb kommen
KI-Assistenten haben zwei Wissensquellen. Die erste ist ihr Trainingswissen – das, was sie beim Lernen über das Internet aufgenommen haben. Das ist oft Monate alt. Die zweite ist die Websuche: Bei Fragen nach aktuellen Angeboten oder Betrieben in der Nähe suchen ChatGPT, Gemini und Perplexity live im Netz und fassen das Gefundene zusammen. Die KI-Übersichten bei Google stützen sich auf den Google-Suchindex.
Für Betriebe heißt das: Wer bei Google und Bing gut auffindbar ist und über den an vielen Stellen dasselbe Klare steht, hat die besten Chancen, in KI-Antworten genannt zu werden. Man nennt die Optimierung dafür GEO – Generative Engine Optimization.
Schritt 1: Lassen Sie die KI-Crawler auf Ihre Website
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Manche Websites sperren KI-Crawler in der Datei robots.txt – oft unbemerkt, durch Voreinstellungen von Hostern oder Sicherheits-Plugins. Laut OpenAI kann Ihre Website nur in der ChatGPT-Suche erscheinen, wenn der Crawler OAI-SearchBot nicht blockiert ist. Ähnliches gilt für andere Anbieter.
Prüfen Sie: Ist Ihre Website für Googlebot, Bingbot, OAI-SearchBot und PerplexityBot zugänglich? Ob Sie zusätzlich GPTBot zulassen, ist eine eigene Entscheidung – dieser Crawler sammelt Inhalte für das Training künftiger Modelle, nicht für die Suche.
Schritt 2: Sagen Sie klar, wer Sie sind, was Sie tun – und wo
KI-Systeme lieben eindeutige Aussagen. Ein Satz wie „Wir sind Ihr kompetenter Partner für alle Fälle“ hilft niemandem. Ein Satz wie „Elektro Muster ist ein Elektrofachbetrieb in Ravensburg mit acht Mitarbeitern und installiert seit 2005 Photovoltaikanlagen und Wallboxen in Oberschwaben“ dagegen schon.
- Eine eigene Seite pro Leistung statt aller Leistungen in einem Absatz
- Ihr Ort und Einzugsgebiet im Text, nicht nur im Impressum
- Fakten, die man zitieren kann: Gründung, Größe, Spezialgebiete, Zertifikate
Schritt 3: Strukturierte Daten einbauen
Strukturierte Daten sind unsichtbare Zusatzinformationen im Code Ihrer Website, die Maschinen genau sagen, was was ist: Das ist der Firmenname, das die Adresse, das die Öffnungszeiten, das eine Leistung mit Preis, das eine häufige Frage mit Antwort. Für Betriebe besonders wichtig sind die Typen LocalBusiness, Service und FAQPage. Ihre Webagentur kann das in der Regel ohne großen Aufwand einbauen.
Schritt 4: Beantworten Sie die Fragen Ihrer Kunden
KI-Assistenten werden mit Fragen gefüttert – und suchen nach Seiten, die genau diese Fragen beantworten. Sammeln Sie, was Kunden Sie am Telefon fragen: Was kostet das? Wie lange dauert es? Kommen Sie auch nach Wangen? Beantworten Sie diese Fragen auf Ihrer Website, am besten in einem FAQ-Bereich oder in kurzen Ratgeber-Artikeln.
Ein Trick, der bei Menschen und Maschinen gleichermaßen wirkt: Die Antwort gehört in den ersten Satz. Erst die Aussage, dann die Erklärung.
Schritt 5: Google-Unternehmensprofil und Bing Places pflegen
Für Fragen mit Ortsbezug sind Ihre Einträge bei Google und Microsoft mindestens so wichtig wie Ihre Website. Legen Sie ein Google-Unternehmensprofil und einen Eintrag bei Bing Places an, und halten Sie beide aktuell: Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos.
Achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch geschrieben sind – auf der Website, in den Profilen und in Verzeichnissen. Widersprüche verunsichern Suchmaschinen und KI-Systeme gleichermaßen.
Schritt 6: Bewertungen und Erwähnungen sammeln
Ein KI-Assistent empfiehlt lieber einen Betrieb, über den auch andere Gutes sagen. Dazu zählen Bewertungen bei Google, Einträge in Branchenverzeichnissen, die Mitgliedsliste Ihrer Innung oder Ihres Verbands, Berichte in der Lokalzeitung oder Partnerseiten von Herstellern. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung – am einfachsten mit einem direkten Link oder QR-Code.
Schritt 7: Melden Sie Ihre Website bei Bing an
Viele Betriebe kümmern sich nur um Google. Für KI-Sichtbarkeit lohnt der Blick auf Bing: Mehrere KI-Assistenten nutzen neben eigenen Crawlern auch Suchdaten externer Anbieter, und Bing gilt dabei als einer der wichtigsten. Die Anmeldung in den kostenlosen Bing Webmaster Tools dauert wenige Minuten – wer die Google Search Console schon nutzt, kann die Einstellungen von dort übernehmen.
Schritt 8: Messen, ob es wirkt
Fragen Sie selbst: Stellen Sie ChatGPT, Gemini und Perplexity die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden – „Guter Schreiner in Wangen?“, „Wer baut Wintergärten am Bodensee?“ – und notieren Sie, wer genannt wird. Wiederholen Sie das alle paar Wochen.
Auf Ihrer Website erkennen Sie Besucher aus ChatGPT übrigens daran, dass ChatGPT an Links den Zusatz utm_source=chatgpt.com anhängt. In einer Website-Statistik sehen Sie so, wie viele Besucher über KI-Antworten kommen. Für eine regelmäßige, systematische Messung gibt es spezialisierte Werkzeuge, etwa von Sistrix.
Was nicht funktioniert
- Texte mit Suchbegriffen vollstopfen. Das hat schon bei Google nicht funktioniert, bei KI-Systemen erst recht nicht.
- Massenhaft KI-generierte Texte ohne Substanz. KI-Assistenten suchen nach Informationen, die es woanders nicht gibt – Ihre Erfahrung, Ihre Preise, Ihre Region.
- Anbieter, die eine Empfehlung in ChatGPT garantieren. Das kann niemand. Seriös ist, die Grundlagen zu schaffen und zu messen.
In eigener Sache
Wir prüfen auf Wunsch, wie sichtbar Ihr Betrieb heute ist – bei Google, im Vergleich zu Ihren Wettbewerbern und in KI-Antworten. Der Sichtbarkeits-Check ist kostenlos. Und jede Website im Kursbuch bauen wir von Anfang an so, dass Maschinen sie lesen und verstehen können.
Häufige Fragen
Kann ich dafür bezahlen, dass ChatGPT meinen Betrieb empfiehlt?
Nein, nicht in der eigentlichen Antwort. Welche Betriebe ein KI-Assistent nennt, hängt davon ab, welche Informationen er über Sie findet und wie vertrauenswürdig sie wirken. Daran können Sie arbeiten – kaufen können Sie es nicht.
Wie lange dauert es, bis mein Betrieb in KI-Antworten auftaucht?
Über die Websuche oft nach einigen Wochen, sobald Ihre Seiten neu erfasst sind. Bis neue Informationen ins Trainingswissen der Modelle einfließen, kann es deutlich länger dauern. Rechnen Sie mit mehreren Monaten, bis sich die Maßnahmen spürbar auswirken.
Brauche ich dafür eine neue Website?
Nicht unbedingt. Vieles lässt sich auf einer bestehenden Website nachrüsten – Crawler-Zugang, Texte, strukturierte Daten, FAQ. Wenn die Technik veraltet ist oder sich schlecht pflegen lässt, kann ein Neustart aber der schnellere Weg sein.
Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?
SEO sorgt dafür, dass Ihre Website in der Google-Trefferliste weit oben steht. GEO sorgt dafür, dass KI-Assistenten Ihren Betrieb in ihren Antworten nennen. Beides greift ineinander: Was KI-Systemen hilft, hilft fast immer auch bei Google.
Woher weiß ich, ob ChatGPT meinen Betrieb kennt?
Fragen Sie nach – sowohl direkt („Was weißt du über [Ihr Betrieb] in [Ihr Ort]?“) als auch so, wie ein Kunde fragen würde („Welche [Branche] in [Ort] kannst du empfehlen?“). Wenn Ihr Betrieb bei der zweiten Frage fehlt, ist das der Ansatzpunkt.