Website & Kursbuch

Website mieten, kaufen oder leasen? Was sich für Betriebe wirklich lohnt

Eine neue Website kostet Geld – entweder auf einmal oder jeden Monat. Für Handwerksbetriebe, Praxen und kleine Unternehmen stellt sich deshalb die Frage: kaufen, mieten oder leasen? Dieser Ratgeber erklärt die drei Modelle, zeigt, wie Sie die Kosten fair vergleichen, und nennt die Fragen, die Sie vor jedem Vertrag klären sollten.

Holger NeunerAktualisiert am 09.10.2026Lesezeit ca. 7 Minuten

Kurz gesagt

  • Kaufen: Sie zahlen die Erstellung einmalig – meist mehrere tausend Euro – und kümmern sich danach selbst um Hosting, Updates und Änderungen oder beauftragen sie extra.
  • Mieten: Sie zahlen eine kleine Einrichtung und dann einen festen Monatsbetrag, in dem Hosting, Pflege und Änderungen enthalten sind.
  • Leasen: meist ein anderes Wort für Mieten; manchmal ist ein Mietkauf gemeint, bei dem die Website nach einer festen Laufzeit Ihnen gehört.
  • Entscheidend sind nicht die Begriffe, sondern drei Punkte im Vertrag: Wem gehört die Domain, was passiert bei Kündigung, und was ist im Monatsbetrag wirklich enthalten.

Es geht in diesem Artikel um Betriebe, die eine Website für ihr eigenes Geschäft brauchen – nicht um Websites als Geldanlage.

Was heißt „Website kaufen“?

Beim Kauf beauftragen Sie eine Agentur oder einen Freelancer, Ihre Website zu erstellen, und bezahlen das Projekt einmalig. Danach gehört Ihnen die Website: Gestaltung, Inhalte und in der Regel auch der Code.

Was viele unterschätzen: Mit dem Livegang ist die Arbeit nicht vorbei. Die Website braucht Hosting, das System braucht regelmäßige Sicherheitsupdates, und Öffnungszeiten, Leistungen oder Fotos ändern sich. Das übernehmen Sie entweder selbst oder Sie beauftragen es – meist nach Stunden oder über einen separaten Wartungsvertrag.

Was heißt „Website mieten“?

Beim Mieten zahlen Sie für die Erstellung keinen großen Betrag, sondern eine überschaubare Einrichtung und danach einen festen Monatsbetrag. Darin stecken – je nach Anbieter – Hosting, Wartung, Sicherheitsupdates und eine bestimmte Menge an Änderungen. Sie bekommen eine fertige, professionelle Website, ohne sich um die Technik kümmern zu müssen.

Wichtig: Eine Miet-Website ist etwas anderes als ein Homepage-Baukasten. Beim Baukasten (etwa von Hosting-Anbietern) mieten Sie ein Werkzeug und bauen die Seite selbst. Bei einer Miet-Website baut und pflegt sie ein Dienstleister für Sie.

Und was heißt „Website leasen“?

Der Begriff wird uneinheitlich verwendet. Meist meinen Anbieter damit dasselbe wie Mieten. Manchmal ist aber ein Mietkauf gemeint: Sie zahlen eine feste Zeit lang monatlich, danach gehört die Website Ihnen. Fragen Sie deshalb immer nach, was am Ende der Laufzeit passiert – das ist der eigentliche Unterschied, nicht der Name.

Mieten oder kaufen: der Vergleich

Website kaufenWebsite mieten
Kosten zum Starteinmalig mehrere tausend Eurokleine Einrichtung, meist einige hundert Euro
Laufende KostenHosting, Wartung und Änderungen extraein fester Monatsbetrag
Updates & SicherheitIhre Aufgabe oder extra beauftragtim Monatsbetrag enthalten
Änderungenselbst oder nach Aufwandim Rahmen des Pakets enthalten
Eigentumsofort Ihresabhängig vom Vertrag – unbedingt prüfen
BindungkeineMindestlaufzeit, oft 12 Monate
PlanbarkeitKosten schwanken mit dem Aufwandgleichbleibend
Passt, wenn …Sie selbst pflegen wollen oder besondere Funktionen brauchenSie sich nicht um die Website kümmern wollen

Was kostet das wirklich? Vergleichen Sie gleichen Umfang

Viele Vergleiche hinken, weil sie eine gemietete Website mit Pflege gegen eine gekaufte Website ohne Pflege rechnen. Fair wird der Vergleich erst, wenn auf beiden Seiten dasselbe drinsteckt. Rechnen Sie für einen Zeitraum von drei Jahren:

Beim Kauf zusammenzählen:

  1. Erstellung der Website
  2. Hosting und Domain pro Jahr
  3. Updates und Sicherheit – selbst gemacht (Ihre Zeit) oder beauftragt
  4. Änderungen und neue Inhalte, die Sie im Jahr realistisch brauchen
  5. Gegebenenfalls ein Relaunch, wenn die Seite nach einigen Jahren veraltet

Beim Mieten zusammenzählen:

  1. Einrichtung
  2. Monatsbetrag × 36
  3. Leistungen, die über das Paket hinausgehen

Ein Beispiel mit unserem eigenen Mietmodell, dem Kursbuch: Eine Website mit bis zu fünf Seiten kostet 990 € Einrichtung und 99 € im Monat. Über drei Jahre sind das 4.554 € netto – darin enthalten sind Hosting, Updates, eine Stunde Änderungen pro Monat, ein neuer Beitrag pro Monat und ein Sichtbarkeits-Report jedes Quartal. Diese Summe können Sie direkt neben ein Kaufangebot plus Hosting, Wartung und Änderungen legen.

Das Kleingedruckte: 7 Fragen vor dem Mietvertrag

  1. Wie lange ist die Mindestlaufzeit – und wie kündige ich danach? Üblich sind 12 Monate. Achten Sie darauf, dass sich der Vertrag danach nicht automatisch um ein weiteres Jahr verlängert.
  2. Auf wen läuft die Domain? Die Domain sollte immer auf Ihren Namen registriert sein. Sonst hängt Ihre Adresse im Netz am Anbieter.
  3. Was passiert mit der Website, wenn ich kündige? Können Sie die Website mitnehmen, weiterbetreiben oder bekommen Sie zumindest einen Export? Oder ist sie dann einfach weg?
  4. Wem gehören Texte und Fotos? Inhalte, die Sie liefern oder für Sie erstellt werden, sollten Ihnen gehören.
  5. Was ist im Monatsbetrag konkret enthalten? Wie viele Änderungen, in welcher Zeit, und was kostet alles darüber hinaus?
  6. Darf der Anbieter die Preise erhöhen? Wenn ja: wann, wie stark, und haben Sie dann ein Sonderkündigungsrecht?
  7. Wo wird gehostet, und gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung? Für die DSGVO sind Server in Deutschland oder der EU und ein AV-Vertrag Pflicht-Fragen.

Wer diese sieben Fragen klar beantwortet bekommt, kann bedenkenlos mieten. Wer bei Domain und Kündigung ausweichende Antworten hört, sollte vorsichtig sein.

Wann Mieten passt – und wann Kaufen

Mieten passt, wenn …

  • Sie nicht mehrere tausend Euro auf einmal ausgeben wollen,
  • Sie keine Zeit oder Lust haben, sich um Technik und Updates zu kümmern,
  • Ihre Website regelmäßig aktualisiert werden soll – Aktionen, Öffnungszeiten, neue Projekte,
  • Sie planbare Kosten wollen.

Kaufen passt, wenn …

  • Sie die Website selbst pflegen wollen und das Know-how im Haus haben,
  • Sie besondere Funktionen brauchen, etwa einen Shop, ein Buchungssystem oder einen Login-Bereich,
  • Sie große, mehrsprachige oder sehr umfangreiche Inhalte haben,
  • Sie von Anfang an die volle Kontrolle über Code und Hosting wollen.

In eigener Sache

Wir bieten beides an – und sagen das offen: Mit dem Kursbuch haben wir ein eigenes Mietmodell. Es beantwortet die sieben Fragen oben so: 12 Monate Laufzeit, danach monatlich kündbar; die Domain läuft auf Ihren Namen; nach den ersten 12 Monaten gehört Ihnen die Website – Sie können sie bei unserem Hosting-Partner weiterbetreiben oder als Export mitnehmen; Hosting in Deutschland. Wer lieber kauft, bekommt bei uns eine individuelle Website als Einzelprojekt. Welches Modell passt, klären wir im Gespräch ehrlich.

Häufige Fragen

Ist eine gemietete Website bei Google schlechter?

Nein. Google bewertet Inhalte, Technik und Ladezeit – nicht, ob die Website gemietet oder gekauft ist. Entscheidend ist, wie gut sie gebaut und gepflegt wird. Eine gemietete Website, die regelmäßig aktualisiert wird, hat oft sogar Vorteile gegenüber einer gekauften, die jahrelang unverändert bleibt.

Kann ich später vom Mieten zum Kaufen wechseln?

Das hängt vom Vertrag ab. Bei manchen Anbietern geht die Website nach einer festen Laufzeit in Ihr Eigentum über, bei anderen gar nicht. Fragen Sie vor Vertragsschluss danach.

Wem gehört die Domain bei einer gemieteten Website?

Das regelt der Vertrag. Achten Sie darauf, dass die Domain auf Ihren Namen registriert wird – dann behalten Sie Ihre Adresse auch bei einem Anbieterwechsel.

Ist die Website-Miete steuerlich absetzbar?

Monatliche Mietzahlungen sind für Betriebe in der Regel laufende Betriebsausgaben. Eine gekaufte Website wird steuerlich je nach Fall anders behandelt. Die Details klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung.

Was ist der Unterschied zwischen Website-Miete und Homepage-Baukasten?

Beim Baukasten mieten Sie ein Werkzeug und bauen die Website selbst. Bei einer Miet-Website baut, pflegt und aktualisiert ein Dienstleister die Seite für Sie.

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